GER-EUR-WORLD: 1.Lobbyismus

 

Natürlich WIKIPEDIA first – und so zurückhaltend bis neutral kann man dieses Thema behandeln:

Lobbyismus ist eine aus dem Englischen übernommene Bezeichnung (Lobbying) für eine Form der Interessenvertretung in Politik und Gesellschaft. Mittels Lobbyismus versuchen Interessengruppen („Lobbys“) vor allem durch die Pflege persönlicher Verbindungen die Exekutive und die Legislative zu beeinflussen. Außerdem wirken sie auf die öffentliche Meinung durch Öffentlichkeitsarbeit ein. Dies geschieht vor allem mittels der Massenmedien.

Gar nicht so einfach, dieses in seinen Ursprüngen vielleicht sogar positiv besetzte Thema „auf die Schiene zu bringen“:

Wenn jemand keine Lobby hat, heißt das, er steht einsam und alleine da und muß seine persönlichen Interessen, sofern er welche hat, auch alleine vertreten oder durchsetzen…

Schon hier wird deutlich, daß Interessen über Quantität, aber auch Qualität von Interessenvertretern am ehesten durchgesetzt werden können.
Was wiederum bedeutet:
Wer über ausgedehnte finanzielle Möglichkeiten verfügt, beschafft sich eine möglichst große Anzahl an möglichst cleveren und natürlich sachkundigen und nicht zuletzt beredten Lobbyisten, die in unmittelbarer Nähe der Legislative, also der Politik angesiedelt ist und diese mit allen möglichen (und unmöglichen) Mitteln „bearbeitet“.
Alle mittleren und kleineren Betriebe oder Interessengruppen sind deshalb hier schon mal außen vor…

Diese Lobbyisten, man schätzt die Zahl auf etwa 5000 (!) gehören dann zum Beispiel zur Banken-, zur Automobil-, zur Pharma-, zur Energie- oder zur Versicherungsindustrie, um einige der  Großen zu nennen.

Und die sind massiv „am Arbeiten“:

Natürlich nicht, um den Menschen Gutes zu tun!
Nee, es geht darum, alle Bestimmungen, Vorschriften und Gesetze so massiv wie möglich in die Richtung der eigenen Interessen zu schieben, verdammt oft, ohne Rücksicht auf Menschen, Natur, Umwelt, Anstand oder gute Sitten zu nehmen.

Was hier zählt, ist den Wünschen und Anforderungen von jeweils ganz oben gerecht zu werden, damit selbst eine ertragreiche Karriere sicherzustellen, vor allem aber, dem eigenen Haus mit teilweise abenteuerlichen Methoden und Argumentationen die Arbeit so leicht als möglich zu machen, sprich, koste es, was es wolle, mit geringstmöglichem Aufwand maximalen Profit zu erzeugen.

Beispiele?

…sind uns allen geläufig und man darf sicher sein:
Wir „Normalos“ kennen und sehen nur die Spitze eines bestimmt nicht kleinen Eisbergs:

  • Banken stürz(t)en praktisch die ganze Welt in eine extreme Wirtschaftskrise
  • Atomenergie wird trotz schrecklicher Unfälle weiter ausgebaut ( es gibt auch außerhalb D Lobbyismus! )
  • Wider besseres Wissen wird die Kohleindustrie gestützt
  • Nahezu jeder Automobilhersteller trickst (gesetzeskonform!) mit Dieselabgaswerten
  • Tolles aktuelles Beispiel: Glyphosat – trotz möglicher Krebsgefahr weitere Zulassung möglich
  • Nahrungsmittelindustrie, eines von vielen schrecklichen Themen: Schreddern männlicher Küken…
  • Widerlich: Politiker wechseln in die Industrie und spielen dort jetzt selbst auf dem Lobbyklavier…

Weitere Beispiele zusammenzustellen wäre für uns alle sicherlich kein Problem – das Problem ist eher:

Wie kann man diese schwierige Thematik entschärfen?
Ganz einfach und doch verdammt schwierig – wir brauchen ehrlichere, geradlinigere, charakterstärkere und gefestigtere Politiker!

Wenn wir hier nicht „die Kurve kratzen“, werden ganz bestimmt heute schon extrem schwierige Themen nahezu unlösbar:

Stichworte:

  • Kluft zwischen arm und reich
  • Umweltschutz, Tierschutz
  • Menschenschutz (!) – NOx aus Dieselabgasen – vergiftete Nahrung durch Pflanzenschutzmittel
  • Anstand, Kultur, Fairness, Mitgefühl – haben heute noch Bedeutung?

Schon einer dieser Punkte, die ebenfalls beliebig ausgebaut werden könnten, wäre Anlaß, sofort zu handeln – wir Menschen tun das leider erst „fünf vor zwölf“ und dann fast immer auf Kosten derer, die mit dem jeweiligen Thema nichts zu tun haben…

Manchmal hab‘ ich Ängste um mögliche bürgerkriegsähnliche Zustände auch in Europa – zu sehr ist die gesamte Politik massiv in der Umklammerung der Industrie und damit des Geldes, zu schnell wachsen alle Gräben und zu wenig lernen wir alle aus der Vergangenheit…

Wie bei anderen Themen auch habe ich aber die Hoffnung, daß die kommenden Generationen die Probleme erkennen, sich mit ihnen befassen und zumindest ein Stück weit entschärfen werden.

Übrigens, Schande über Germany:

Deutschland liegt EU-weit an 16ter Stelle von 22 Staaten, was den Schutz vor ungerechtfertigter Einflussnahme durch Lobbyismus und die Regeln, die ethisch vertretbaren Lobbyeinfluss befördern, angeht!

Spiegel Online schreibt:

Zusammengefasst: Lobbyisten können laut Transparency International in Deutschland besonders großen Einfluss nehmen. Weil ein verbindliches Lobbyregister im Bundestag und strenge Karenzregeln für den Wechsel in die Wirtschaft fehlen, liegt Deutschland im EU-Vergleich sehr weit hinten.

 

 

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