Psy1-Der Hofnarr

Wie ich finde – ein tolles Thema:
Beim „Kruschteln“ im Netz hab‘ ich u.a. diese ziemlich einfache Definition gefunden:

Webdefinitionen:
Als Narr, aber auch als Tor, wurde im Mittelalter ein Spaßmacher bezeichnet, der für Unterhaltung und Belustigung sorgen sollte und dabei meist auffällig gekleidet war. …

Das ist aber nur die eine Seite der Medaille – der Hofnarr hat noch eine ganz andere und die ist hier sehr gut beschrieben:

WikiMANNia:
Am Hofstaat und an Fürstenhöfen galt für die dort tätigen Hofnarren die Narren­freiheit, die es ihnen ermöglichte, ungestraft Kritik an den bestehenden Verhältnissen zu üben. Auch die Parodierung von Adeligen war den Hofnarren erlaubt. Das Hof­narren­tum war eine ideen­geschichtlich klar begründete soziale Institution zulässiger Kritik.

Ihre gesonderte Stellung, und somit keine Bindung an gesellschaftliche Normen, gab dem Narren die Möglichkeit auf einen besonders großen Handlungs­freiraum – da alles was er sagte, aufgrund seiner „Narrheit“ nicht ernst genommen wurde. Darauf begründet sich der heute noch viel verwendete Begriff der „Narrenfreiheit“.

Und darin steckt noch was ganz anderes: Ein wirklicher Narr war der Hofnarr bestimmt nicht!
Er konnte als Einziger im Land dem Fürsten oder König seine Fehler oder Verfehlungen vorhalten, was ohne Intelligenz, Witz, und Ausdrucksvermögen nicht möglich ist, und er mußte sich um Leib und Leben keine Sorgen machen – meistens wenigstens…

Und der jeweilige Fürst, wenn er den richtigen Hofnarren hatte, wußte genau, was sein Volk „über ihn, den Fürsten, denkt, wie es fühlt, was ihm gefällt und was nicht.

Unsere Hofnarren heute sind im politischen Kabarett und natürlich auch in der Fastnacht zu finden – und bei beidem geht’s ja manchmal ganz schön zur Sache.

Für einen ganz kleinen Hofnarren halte ich mich auch:

Zu Hause (schwieriger Sohn), in der Schule (außer im Sport und Kunsterziehung im unteren Drittel beheimatet…), im Beruf (vielleicht u.a. tatsächlich auch deshalb) und unter Freunden – ich konnte irgendwie niemals „die Klappe halten“.

Und sehr oft hat das jeweilige Umfeld mein Vorpreschen dankend zur Kenntnis genommen:

Ich stand „mitten auf dem Marktplatz“, habe irgendwelche Dinge angeprangert, unangenehme Themen angesprochen, oder manchmal auch nur versucht, für gute Stimmung unter schlechten Voraussetzungen zu sorgen…

Dasselbe ist ja diese website eigentlich auch:

Da stellt sich einer hin und erzählt, meistens mit Bildchen, sein halbes Leben, macht auch persönliche Dinge transparent, die andere nicht im Traum in eine website stellen würden, und – wird damit angreifbar…

In Foren läuft ja ähnliches ab:

10 000 Leute lesen, 50 Leute schreiben, machen sich damit angreifbar, werden dann immer wieder, „aus der Menge heraus“,  manchmal auch ziemlich aggressiv, angegriffen und ziehen sich teilweise leider darauf eben wieder zurück.

Das ist eben das Risiko des Hofnarren:
Er wird falsch verstanden, er ist für manche zu „lasch“, für andere zu aggressiv, er will sich nur wichtig machen und, und, und…

Ich denke aber, der Hofnarr wird als solcher geboren, der Hofnarr steckt in seinen Genen, er kann gar nicht anders – und ich halt auch nicht…

 

 

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